Paralympische Spiele / Paralympics

Der paralympische Sport geht auf den deutschstämmigen Neurologen Sir Ludwig Guttmann zurück, der nach dem II. Weltkrieg, im Jahr der Londoner Sommerspiele 1948, für kriegsversehrte Männer und Frauen in Aylesbury/Stoke Mandeville Hospital Sportwettkämpfe veranstaltete, die sich damals allerdings noch auf das Bogenschießen beschränkten, zu dem 14 Kriegsveteranen (ex-service men) und 2 Veteraninnen antraten.  

1960 wurden schließlich die ersten „Weltspiele der Gelähmten“ in der Olympiastadt Rom durchgeführt, zwar nicht parallel zu den Olympischen Spielen, aber nur um wenige Wochen versetzt. Papst Johannes XXIII. würdigte Guttmann als den „Coubertin der Gelähmten“.

Diese Art der Kopplung an die Olympischen Spiele wurde für die nächsten Spiele aufgehoben, auch wenn jeweils in den Olympia-Jahren Paralympics abgehalten wurden. Erst seit 1988 ist wieder der räumliche Zusammenhang hergestellt. Dies sollte das Modell für die Zukunft werden – auf der Basis  eines Abkommens mit dem IOC von 1991.

1976 wurden erstmals Paralympische Winterspiele ausgetragen, noch in großer Distanz zu den Olympischen Winterspielen. Es sollte bis 1992 dauern, ehe mit Tigne auch ein Austragungsort der kurz zuvor beendeten Olympischen Winterspiele von Albertville Hauptstadt der Paralympischen Winterspiele wurde. 

Das Emblem der Paralympischen Spiele und seine vielen – mehr oder weniger von den Olympiern erzwungenen – Änderungen, erzählen von der Geschichte der Paralympics und dem Ringen um Anerkennung, das schließlich im erwähnten Abkommen von 1991 mündete.   

 

Paralympische Sommerspiele

I.    18.09.-24.09.1960           Rom   (Italien)
II.    13.11.-14.11.1964     Tokio   (Japan)
III.    06.11.-14.11.1968     Tel Aviv  (Israel)
IV.     01.08.-10.08.1972     Heidelberg   (Deutschland)
V.    03.08.-11.08.1976     Toronto   (Kanada)
VI.    21.06.-05.07.1980     Arnheim   (Niederlande)
VII.    16.06.-30.06.1984     New York   (USA)
VIII.    14.10.-26.10.1988     Seoul   (Korea)
IX.    03.09.-14.09.1992     Barcelona   (Spanien)
X.    15.08.-25.08.1996     Atlanta   (USA)
XI.    18.10.-29.10.2000     Sydney   (Australien)
XII.    17.09.-28.09.2004     Athen   (Griechenland)
XIII.    27.08.-07.09.2008     Beijing   (China)
XIV.    29.08.-09.09.2012     London   (Großbritannien)

Paralympische Winterspiele

I.    20.02.-29.02.1976     Ornsköldsvik   (Schweden)
II.    01.02.-07.02.1980     Geilo   (Norwegen)
III.    14.01.-22.01.1984     Innsbruck   (Österreich)
IV.    17.01.-24.01.1988     Innsbruck   (Österreich)
V.    25.03.-01.04.1992     Tigne   (Frankreich)
VI.    08.03.-20.03.1994     Lillehammer   (Norwegen)
VII.    05.03.-14.03.1998     Nagano   (Japan)
VIII.    07.03.-16.03.2002     Salt Lake City   (USA)
IX.    10.02.-26.02.2006     Turin   (Italien)
X.    14.03.-23.03.2010     Vancoucer   (Canada)

Mit den Mitteln der Philatelie lassen sich viele dieser Etappen belegen.

Seit Seoul 1988 gehören Markenausgaben für die PARALYMPICS zum  Standardprogramm der Postverwaltungen der Austragungsländer. Sonderpostämter aus den Bereichen der Olympischen Infrastruktur wurden oft im Nachhinein auch zu den Paralympics weiter betrieben: Aus dem  Sonderpostamt Olympisches Dorf wurde dann ein Sonderpostamt Paralympisches Dorf. 

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Einschreiben vom Sonderpostamt PARALYMPISCHES DORF Barcelona 1992 mit dem Sonderstempel, der das damalioge Emblem der Paralympics zeigt.

Eine neue Qualität der Anerkennung, die sich auch im philatelistischen Programm niederschlug, war bei den Winterspielen 2010 zu verzeichnen, als erstmalig eine Postverwaltung das vorbereitende Markenprogramm gemeinsam für die Olympischen und Paralympischen Spiele konzipierte.  Darüber hinaus gab es erstmals eine Dauerserie im Zeichen der Winterspiele 2010.

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Die in Rollen und Heftchen aufgelegten Marken erschienen auch noch einmal in Form eines Blockes.

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Dieses Modell wurde 2012 von der Royal Mail übernommen. Auch hier wurden Olympische und Paralympische Spiele über mehr als drei Jahre gemeinsam beworben. 

 

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Und doch wurde noch neues Terrain betreten: Analog zur Ehrung der britischen Olympiasieger mit einer Sondermarke wurde auch den Paralympics-Siegern aus dem Team GB diese Ehrung zuteil. Die Entscheidung für die fast identische Form fiel erst während der Speile. Noch auf der Pressekonferenz der Royal Mail kurz vor Beginn der Olympischen Spiele wurde eine kollektive Form der Ehrung paralympischer Sieger aus dem Team GB angekündigt, realisiert wurde dann eine individuelle.

Neben den Paralympics gibt es weitere internationale Sportspiele für Menschen mit unterschidlichen Behinderungen wie z.B. die Special Olympics oder die Deaflympics.